Lotty Wilkins
Die SehnendeEnde 30Lotty ist die heimliche Hauptfigur des Stücks. Eine stille Hausfrau aus einem Londoner Vorort, deren Ehe in Höflichkeit erstarrt ist und deren Leben aus kleinen Aufgaben besteht. Als sie die Anzeige in der Times liest, geschieht etwas Seltenes: Sie handelt. Sie nimmt ihren Notgroschen von 90 Pfund, sie überwindet ihre Scheu, sie bittet die ihr unbekannte Mrs. Arbuthnot um Partnerschaft – und sie bleibt trotz aller Widerstände dabei, obwohl jeder vernünftige Grund dagegen spricht. In San Salvatore verwandelt sie sich von der Bittstellerin in die heimliche Seele des Castello: ihre Freude steckt an, ihre Andacht vor der Schönheit ist eine Art Gebet ohne Kirche.
Was sie will
Lotty will nicht Urlaub machen – sie will beweisen, dass sie existiert. Hinter dem Inserat steht die Frage, ob ein Leben noch einmal anfangen darf, wenn man es längst für entschieden hielt. Ihre Motivation ist zugleich die Tickuhr des Stücks: Immer wenn die Handlung stockt, ist es Lotty, die sie weiterschiebt.
Besetzungshinweis
Die Schauspielerin muss zwischen Unscheinbarkeit und Strahlkraft wechseln können: Lotty ist zu Beginn die unauffälligste Person auf der Bühne und am Ende die strahlendste. Spielalter flexibel; wichtig ist ein Organ für stille Komik und eine Stimme, die sich von der Flüsterstimme des ersten Bildes zur entfesselten Freude des dritten Bildes steigert.
„Dann wäre das der erste April unseres Lebens."