Was die Annonce so wirkungsvoll macht, ist ihr demokratischer Gestus: Sie kennt keine Herkunft, keinen Stand, keine Vorgeschichte. Wer antwortet, zählt nicht als Titel, Ehefrau oder Verehrerin – wer antwortet, zählt als jemand, der Glyzinien und Sonnenschein braucht. Aus vier sehr unterschiedlichen Lebensgeschichten schneidet das Inserat dieselbe Sehnsucht heraus und setzt sie nebeneinander an einen Tisch.
Genau daraus entsteht die Dramaturgie des Stücks: Die vier Frauen beginnen als Fremde, die nur ein Inserat teilen – und enden als ein Ensemble, das mehr teilt als je eine Bekanntschaft zuvor. Für die Besetzung bedeutet das: Alle vier Rollen sind gleichwertig angelegt, die Unterschiede liegen nicht in der Bedeutung, sondern im Tempo, im Witz und in der Liebestiefe jeder einzelnen Wandlung.